Trinkwasseranalyse – Legionellenprüfung

Seit dem 01. Nov. 2011 ist die neue Trinkwasserverordnung (TrinkwV) gültig.

Für den Eigentümer/Anlagenbetreiber bestehen ab sofort bei Verbundanlagen (zentrale Warmwasser- Aufbereitung über die Heizungsanlage) folgende verpflichtende Vorgaben:

* Anzeigepflicht zentraler Warmwasser- Anlagen an das Gesundheitsamt (§13)

* Untersuchungspflicht auf Legionellen (Analyse) (§§14,15)

* Handlungspflicht bei Überschreitung der Legionellen- Grenzwerte (§16)

* Informationspflicht gegenüber dem Mieter bezüglich des Ergebnisses der Analyse (§21)

* Dokumentations- und Aufbewahrungspflicht (§21)

Betroffen von der Gesetzesänderung sind alle vermieteten Wohngebäude mit zentraler Trinkwassererwärmungs-Anlage mit einem Speichervolumen von mehr als 400 Liter und/oder Wasserleitungen mit mehr als 3 Liter Inhalt zwischen dieser Anlage und der am weitesten entfernten Zapfstelle. Solche Anlagen müssen ab sofort durch qualifizierte Probenehmer und zuständige Labore auf Legionellen untersucht werden. (Legionellenprüfung)

 

 

Was sind Legionellen?

Legionellen sind Bakterien, die sich im Warmwasser im Temperaturbereich von 25 – 50° C optimal vermehren und dann Atemwegserkrankungen verursachen können. Die Infektion erfolgt über das Einatmen von Aerosolen (feinste, zerstäubte Wassertröpfchen), die zum Beispiel beim Duschen entstehen. Die Bakterien können in die Atmungsorgane gelangen und dort zu schweren Lungenentzündungen oder, im weniger bedrohlichen Falle, zu einem grippalen Infekt begleitet von hohem Fieber (Pontiac-Fieber) führen.

Nach Schätzungen des Kompetenznetzwerkes für ambulant erworbene Pneumonien (CAPNETZ), geht man in Deutschland von rund 700.000 durch Legionellen verursachten Krankheitsfällen pro Jahr aus, von denen ca. 30.000 an ambulant erworbener Lungenentzündung jährlich leiden – bei rund 6 % mit Todesfolge.

 

Welche technischen Voraussetzungen gibt es bzw. sind notwendig?

Für die Legionellenprüfung sind am Warmwasserspeicher im Vorlauf und in der Zirkulationsleitung geeignete (abflammbare) Probenahmeventile zu installieren. Die Anzahl und Ausführung der repräsentativen Probenahmestellen ist nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik einzurichten.

Das Verfahren zur Probenahme (nach DIN EN ISO 19458 Zweck b) umfasst auch die Desinfektion der Probenahmestelle nach Entfernen der Einrichtungen wie Perlatoren und die Ablaufmenge von maximal 3 I vor Entnahme der Probe – im Fokus steht hier die systemische Beprobung. Die Untersuchung von Duschen ist ohne Abflammen möglich (DIN EN ISO 19458 Zweck c), hat aber nur eine eingeschränkte Aussagekraft zur systemischen Belastung und ist somit hauptsächlich als zusätzliche Untersuchung einzusetzen.

Es ist oft sehr schwer nachvollziehbar, ob für eine Liegenschaft die Grenze von 3 Liter Volumen erreicht wird. Hier hilft eine kleine mathematische Berechnung. Anhand der Rohrgröße lässt sich das Volumen in Meter Rohrleitung umrechnen:

DN 15 1/2“ 0,20 Liter je m Leitung

DN 20 3/4“ 0,37 Liter je m Leitung

DN 25 1“ 0,58 Liter je m Leitung

 

Wer entnimmt die Probe und wo?

Probenahme und Analytik unterliegen nach §15 TrinkwV strengen

Regeln der Qualitätssicherung – nur akkreditierte und zertifizierte

Labore und Probenehmer dürfen diese Untersuchungen durchführen.

Basierend auf der DIN EN ISO 19458 ist die Probenahme an folgenden Stellen vorzunehmen:

  • am Ausgang des Warmwasserbereiters (Warmwasserleitung)
  • am Ende der Zirkulationsleitung bzw. vor dem Wiedereintritt in den Warmwasserspeicher (vor der Zirkulationspumpe und nicht zwischen Warmwasserbereiter und Zirkulationspumpe)
  • am Ende jeder Steigleitung (an der vom Warmwasserbereiter entferntesten Entnahmestelle – z.B. Dachgeschosswohnung)

 

Wie häufig muss die Untersuchung durchgeführt werden?

Gemäß Trinkwasserverordnung ist mindestens alle drei Jahre eine Prüfung auf Befall durch Legionellen vorzunehmen. Für öffentliche Gebäude gilt weiterhin das jährliche Untersuchungsintervall.

 

Was muss bei einem positiven Befall beachtet werden?

Die Folgen einer Kontamination mit Legionellen richten sich nach der Stärke der Belastung:

Ab einem Gehalt von über 100 KBE (koloniebildenden Einheiten) pro 100 ml gilt Trinkwasser als belastet. Allerdings besteht bei diesem Wert nur ein geringes Infektionsrisiko, kurzfristige Maßnahmen sind nicht vorgeschrieben.

Über 1.000 KBE/100 ml sind kurzfristige haustechnische Behandlungsmaßnahmen erforderlich, z. B. eine chemische Spülung.

Über 10.000 KBE/100 ml können neben einer sofortigen Desinfektion auch Nutzungseinschränkungen wie Duschverbot sowie bauliche Abänderungen vorgeschrieben werden. In Einzelfällen entscheidet dazu das zuständige Gesundheitsamt.

 

Sind diese Kosten umlagefähig?

Die Kosten der Legionellenprüfung können zu 100 % nach § 2 Nr. 4a, 5a, 6a Betriebskostenverordnung auf die Mieter umgelegt werden – dies übernehmen wir gern bei der Erstellung der Abrechnung. Darüber hinaus vertreten wir die Meinung, dass der Einbau der Probeentnahmeventile eine Maßnahme im Sinne des § 559 Abs. 1 BGB ist, die der Vermieter nicht zu vertreten hat und demzufolge ebenfalls umlagefähig sind

(Erhöhung der Kaltmiete um 11 % der aufgewendeten Kosten).

 

Gerne übernehmen wir für Sie diese Untersuchung

Wir bieten Ihnen durch geschultes und nach DIN EN ISO 19458 zertifiziertes Personal eine zuverlässige Legionellenprüfung nach §14 der TrinkwV inkl. deren Analyse-Dokumentation an.

Eine genaue Kostenaufstellung entnehmen Sie unserer Preisliste.

Übersenden Sie uns den nachfolgenden Auftrag ausgefüllt per Fax oder Post. Sollten Sie Fragen haben, dann stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung.

 

Download: Auftrag zur Trinkwasseruntersuchung

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